Rotes Licht vs. Nahinfrarot: Was die Wissenschaft tatsächlich über Wellenlängen sagt

Red Light vs Near-Infrared: What the Science Actually Says About Wavelength

Zuletzt aktualisiert: Juli 2026 · Verfasst vom Dermfix-Phototherapie-Team

Kurze Antwort: Rotes Licht im Bereich von 600–700 nm wird nahe der Hautoberfläche absorbiert, während Nahinfrarotlicht im Bereich von 780–950 nm tiefer in das Gewebe eindringt und bis in die Muskeln und Gelenke vordringt. Diese Unterscheidung ist keine Marketingfloskel – sie ergibt sich aus der unterschiedlichen Streuung und Absorption dieser Wellenlängen im lebenden Gewebe, und deshalb sind die meisten Panels so konstruiert, dass sie einen Bereich über beide Bänder hinweg abdecken, anstatt nur eine einzige Wellenlänge zu nutzen.

Was ist rotes Licht (600–700 nm)?

Rotes Licht liegt im sichtbaren Bereich des Spektrums. Laut einer viel zitierten mechanistischen Übersichtsarbeit von Michael R. Hamblin vom Wellman Center for Photomedicine der Harvard Medical School werden für die Behandlung von oberflächlichem Gewebe in der Regel Wellenlängen im Bereich von 600–700 nm gewählt, gerade weil sie nicht so weit vordringen, bevor sie absorbiert oder gestreut werden.

Der Grund, warum sich Licht überhaupt so verhält, liegt in der Gewebeoptik. Hämoglobin und Melanin – die wichtigsten lichtabsorbierenden Moleküle in der Haut – absorbieren Wellenlängen unter 600 nm stark, während Wasser erst oberhalb von etwa 1150 nm in nennenswertem Maße Licht absorbiert. Zwischen diesen beiden Punkten liegt das, was Hamblin in seiner Übersicht als das „optische Fenster“ des Gewebes bezeichnet: der Bereich, in dem rotes und nahinfrarotes Licht am effektivsten eindringen kann, anstatt sofort absorbiert oder gestreut zu werden.

Was ist Nahinfrarotlicht (780–950 nm)?

Das Nahinfrarot (NIR) liegt knapp außerhalb des für das menschliche Auge wahrnehmbaren Spektrums. Laut derselben Übersicht werden für tiefer liegendes Gewebe in der Regel Wellenlängen zwischen 780 und 950 nm gewählt, da längere Wellenlängen innerhalb des optischen Fensters Haut, Fett und Muskeln weiter durchdringen, bevor sie absorbiert werden.

Interessanterweise wird in der Studie darauf hingewiesen, dass Wellenlängen zwischen 700 und 770 nm – also die Lücke zwischen dem roten und dem NIR-Band – als biologisch kaum wirksam gelten. Das ist ein nützliches Detail: Es gilt nicht einfach linear: „Je länger die Wellenlänge, desto größer die Eindringtiefe“. Genau zwischen den beiden nutzbaren Bändern gibt es einen Wirkungsabfall, was mit ein Grund dafür ist, dass Rotlicht-Panels ihre Leistung eher speziell auf den roten und den NIR-Bereich konzentrieren, anstatt sie gleichmäßig über das gesamte Spektrum zu verteilen.

Auf zellulärer Ebene weist die Übersichtsarbeit auf die Cytochrom-c-Oxidase – ein Enzym in der mitochondrialen Atmungskette – als das wahrscheinlich primäre lichtabsorbierende Molekül (Chromophor) hin, das für diese Effekte verantwortlich ist, da ihr Absorptionsspektrum eng mit den als biologisch aktiv identifizierten Wellenlängen übereinstimmt. Eine in der Übersichtsarbeit zitierte Studie identifizierte vier spezifische Peaks innerhalb des Wirkungsspektrums: etwa 613–624 nm, 668–684 nm, 751–772 nm und 813–846 nm – weshalb bei Geräten im roten und nahinfraroten (NIR) Bereich die Dioden meist in diesen spezifischen Bereichen gruppiert werden, anstatt die Wellenlängen zufällig auszuwählen.

Brauchst du beides?

Ausgehend davon, wie die beiden Wellenlängenbereiche in der Fachliteratur beschrieben werden, ja – ein Panel, das nur einen Wellenlängenbereich abdeckt, beschränkt Sie entweder auf eine oberflächliche oder eine tiefere Abdeckung, nicht auf beides. Einige Geräte gehen noch einen Schritt weiter und kombinieren eine rote Wellenlänge mit einer NIR-Wellenlänge, da davon ausgegangen wird, dass die Kombination beider Wellenlängen additive Effekte erzielen kann und es ermöglicht, ein einziges Gerät für ein breiteres Anwendungsspektrum einzusetzen. Dies erklärt auch, warum „Rot + NIR zusammen“ zur Standardkombination für Allzweck-Panels geworden ist und nicht eine der beiden Wellenlängen allein.

Wie sieht es mit der Dosis und anderen Parametern aus?

Die Wellenlänge ist nur ein Teil des Puzzles – und bezeichnenderweise wird sie in der Übersichtsarbeit als der Parameter beschrieben, über den in der Fachwelt die größte Einigkeit herrscht, im Gegensatz zu Dosis, Pulsierung und Kohärenz, die nach wie vor weitaus umstrittener sind. Was die Dosierung betrifft, so werden rote Wellenlängen für die oberflächliche Anwendung typischerweise im Bereich von 1–10 J/cm² verabreicht (wobei häufig 4 J/cm² genannt wird), während NIR-Wellenlängen für tiefere Strukturen tendenziell höhere Werte im Bereich von 10–50 J/cm² aufweisen. Die Behandlung wird in der Regel täglich oder jeden zweiten Tag über einen Zeitraum von etwa zwei Wochen wiederholt.

Es lohnt sich auch, darauf hinzuweisen, was in der Übersichtsarbeit als „biphasische Dosis-Wirkungs-Beziehung“ bezeichnet wird: Mehr Licht ist nicht automatisch besser. Die Wirksamkeit steigt mit der Dosis bis zu einem optimalen Punkt an, doch zu hohe Dosen können zu einem verminderten – oder sogar negativen – Ergebnis führen. Dies ist einer der Gründe, warum Hersteller konkrete Empfehlungen zur Bestrahlungsstärke und zur Sitzungsdauer veröffentlichen, anstatt die Dosis offen zu lassen.

Häufig gestellte Fragen

Ist 660 nm/Rot oder 850 nm/NIR „besser“?

Weder noch – sie eignen sich für unterschiedliche Tiefen. Rot für oberflächliches Gewebe, NIR für tiefer liegendes Muskel- und Gelenkgewebe. In Übersichtsarbeiten zu den zugrunde liegenden Mechanismen werden sie durchweg als sich ergänzend und nicht als konkurrierend betrachtet.

Kann ich Licht im nahen Infrarotbereich sehen?

Nein – NIR liegt außerhalb des sichtbaren Spektrums, weshalb Geräte, die ausschließlich mit NIR arbeiten, häufig mit einer schwachen sichtbaren Anzeige ausgestattet sind, damit der Benutzer erkennen kann, dass das Panel aktiv ist.

Ist die Kombination der Wellenlängen wichtiger als die Anzahl der Wellenlängen?

Ausgehend von der mechanistischen Fachliteratur: Ja. Der größte Konsens in der Wissenschaft besteht darin, dass Rot (600–700 nm) und NIR (780–950 nm) die beiden Frequenzbänder sind, denen Vorrang eingeräumt werden sollte, während der Bereich zwischen 700 und 770 nm kaum Aktivität aufweist. Eine lange Liste von Wellenlängen ist weniger wichtig als eine solide, gut dokumentierte Leistung in den Bereichen, die sich tatsächlich als aktiv erwiesen haben.


Quelle: Hamblin, M.R., „Mechanisms of Low Level Light Therapy“, Abteilung für Dermatologie, Harvard Medical School / Wellman Center for Photomedicine, Massachusetts General Hospital. Spezifische Erkenntnisse zu den Spitzenwerten des Wirkungsspektrums beziehen sich auf Karu, T.I. und Kolyakov, S.F., „Exact action spectra for cellular responses relevant to phototherapy“, Photomed Laser Surg 23 (2005), wie in der Übersichtsarbeit zitiert.

Haftungsausschluss: Dieser Artikel fasst veröffentlichte Forschungsergebnisse zur allgemeinen Information zusammen. Er stellt keine medizinische Beratung dar und beschreibt nicht den Verwendungszweck eines Dermfix-Produkts.

Rotes Licht vs. Nahinfrarot: Was die Wissenschaft tatsächlich über Wellenlängen sagt

Rotes Licht (600–700 nm) wird nahe der Hautoberfläche absorbiert; Nahinfrarotlicht (780–950 nm) dringt bis in die Muskeln und Gelenke vor. Was die Fachliteratur über Wellenlänge und Dosis aussagt und warum die Geräte beide Bereiche kombinieren.
 

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